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Draw glyphs and avoid red arrows! Im Wintersemester 2007 nahmen 20 Studenten die Chance wahr, ihren eigenen Font zu gestalten. Das Seminar wurde geleitet von Sereina Rothenberger, Ludovic Varone und Philippe Herrmann. Die Entwicklung des Fonts startete mit dem Setzen von Regeln und daraus folgend wurden die ersten Lettern gezeichnet. Zusammen mit den Gastprofessoren haben die Studenten den vielversprechensten Entwurf ausgewählt und ihn die folgenden 4 Monate kontinuierlich zu einem kompletten Schriftsatz entwickelt.

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Das Thema “Headline Font” forciert experimentellere und schnelleres Arbeiten, da die Priorität nicht auf der Lesbarkeit und der Laufruhe, sondern eher auf dem Ausprägen eines eigenen Charakters liegt. Durch diese Bedingung konnten die Studenten sich auf Versalien beschränken.
In Type Design #1 haben einige Studenten ihren ersten eigenen kompletten Schriftsatz gezeichnet. Dadurch sind die Schriften so unterschiedlich und nicht überdesignt, sondern eher spielerisch veranlagt. Man merkt deutlich, dass viele Fonts nicht mit dem Schwerpunkt auf gute und häufige Anwendung gestaltet worden sind. Durch die professionelle Betreeung ist trotzdem ein hohes Maß an Sauberkeit garantiert, schweizer Qualität eben.

Parallel zum Design des Fonts haben sich die Studenten mit schnellen Aufgaben beschäftigt, die das Label “Funky Fresh Fonts” trugen. Hier sieht man einige Resultate.

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txtbomber von Felix Vorreiter

Ein Drucker für generierte Polit-Parolen von Felix Vorreiter

Der txtBOMBER ist ein One-Hand-Guerillia-Tool – ein halbautomatischer Schreibapparat, der Texte an Wände „drucken“ kann. Die so entstehenden Non-Sense-Parolen, mit mehrdeutigem politischen Unterton, werden von einer internen Textmaschine generiert. Der txtBOMBER verschafft einer ganzen Generation Meinungsloser eine scheinheilige Stimme, einen Alibi-Ausdruck.
Im Kern besteht der handliche txtBOMBER aus einer Mechanik, die sieben eigens hergestellte Filzstifte durch elektrisch-gesteuerte Hubmagnete an die zu bedruckende Fläche presst. Die Schreibgeschwindigkeit wird über zwei Räder und daran angeschlossene Sensoren ermittelt; dies ermöglicht es dem txtBOMBER horizontal sowie um Kurven zu schreiben. Die komplette Steuerung wird von einem Micro-Prozessor übernommen, sodass kein externer Computer benötigt wird.

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entstanden 2005-2007 in den Seminaren Show-Off Devices / Lost and Found bei Hannes Nehls und Sven Voelker.
Mehr zu Felix und seiner Arbeit gibt es auf seiner Internetseite.

In dem einwöchigen Workshop „Typeface as history“ stellte Daniel van der Velden uns die Aufgabe, die Elemente einer neuen Schrift zu konzipieren und zu visualisieren, die entweder Geschichte geschrieben hat oder mit der die Geschichte aufgeschrieben wurde. Hauptaugenmerk sollte nicht auf den formalen Aspekten der Buchstaben, sondern ihrer Beziehung zur Gesellschaft, der Politik und der Geschichte liegen.
Entstanden sind unter anderem die beiden Schriften Nazens und Greetings von Marko Grewe.

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NAZENS – Die Schrift verbietet das Wort
Die Nazens ist weniger eine praktisch zu benutzende Computerschrift als vielmehr eine Stellungnahme zur Zensur und zur Beschneidung des Vokabulars. Als Grundlage dienten die Lettern einer Frakturschrift von Rudolf Koch aus den 1930er Jahren. Marko Grewe erweiterte die Zeichenanzahl um je eine zensierte Version. Durch Programmierung in den Ligaturfeatures werden ausgewählte Zeichenkombinationen durch ihre zensierten Pendants ausgetauscht. Die Nazens kreidet die in dem Buch “Vokabular des Nationalsozialismus” von Cornelia Schmitz-Berning beschriebenen Wörter und einige weitere Wortgruppen an. Diese ungewöhnliche Benutzung der programmierten Bestandteile einer Schrift macht es fast unmöglich mit der Nazens national-sozialistisch vorbelastete Begriffe zu tippen. Dass dieser Zensur auch so manches harmlose Wort zum Opfer fällt, stört die Nazens nicht.

Dieser Schrift liegt eine Idee zu Grunde – „Die Schrift verbietet das Wort“. Anlass gab ein Kommentar des EU-Kommissars für Justiz und Sicherheit Franco Frattini, der im September 2007 laut der Nachrichten Agentur Reuters gesagt hat, dass er zusammen mit der Privatwirtschaft untersuchen wolle, wie technisch verhindert werden kannn, dass Menschen „gefährliche Worte“ wie beispielsweise „Bombe“ (bomb), „töten“ (kill), „Völkermord“ (genocide) oder „Terrorismus“ (terrorism) im Internet nutzen oder nach diesen suchen. (siehe reuters.com)

Buchstaben der Schriften Nazens und Greetings

GREETINGS
Grüße auf der Wand an die Retter, die Feinde, die Fremden, die Welt. Bilder von Graffiti im Irak mit lateinischen Buchstaben sind die Quelle der Zeichen, orthografische Kuriositäten inbegriffen.

Eine ausgiebige Internetrecherche nach Graffitifotos aus dem Irak mit Parolen in lateinischen Buchstaben, geschrieben von Menschen, deren Muttersprache höchstwahrscheinlich Arabisch ist, war der Beginn der Arbeit zu dieser Schrift. Es gibt Berichte von irakischen Kindern, die beauftragt werden, nachts mit einer Spraydose die Zeichen von einem Blatt Papier auf die Hauswand zu übertragen. Verständlich, dass es dabei zu merkwürdig anmutenden Buchstaben kommen kann. Man stelle sich zum Vergleich einen Europäer vor, der arabische Schriftzeichen unter diesen Umständen abschreiben soll. Die Buchstaben aus dem Foto wurden von Marko Grewe eins zu eins kopiert und ergeben die Zeichenpalette der Greetings.

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Diese Schrift ist Teil des Corporate Designs für die Region Oberrhein. 

Die Schrift des Oberrheins heiß “Region”. Sie wurde abgeleitet aus den präzisen Winkeln der Fachwerkkonstruktionen und dem sanften Schwung des Rheins an seinem Knie bei Basel. Sie ist gut lesbar, aber viel wichtiger als ihre funktionalen Qualitäten sind ihre formalen. Sie ist eigenwillig. Während der Strich sich an der einen Stelle leicht über die Oberlänge wölbt, zieht er sich an anderer leicht zurück. Die Buchstaben öffnen sich und schließen sich und wiedersprechen immer ein wenig dem, was man kennt.

Die Schrift “Region” ist eine plakative Schrift deren eigentliches Ziel es ist, eine Art Logo in jedem Wort zu sein. Selbst dort wo kein Logo steht, aber ein Wort wird das geschulte Auge den Oberrhein erkennen. Nicht nur die offiziellen Verlautbarungen der Region werden in ihr geschrieben, jeder dort kann sie verwenden. So wird über Jahre alles, was ein wenig nach Heimat aussehen soll, in der “Region” getextet und gestaltet. Von der Molkerei zur Bäckerei, vom Museum zum Bürgermeisteramt, wer am Oberrhein lebt, produziert, arbeitet und handelt hat seine eigene Schrift.

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unbenannt-1unbenannt-2unbenannt-3unbenannt-4unbenannt-5 Buchstaben, geformt aus einem Buch mit Softcovereinband.

Lars Harmsen mit Studenten der HfG Karlsruhe

In 4 Tagen entstanden in diesem Typo-Workshop Pixelschriften aus analogen Gegenständen.
In der ersten Phase des Seminars schickten die beiden Dozenten, Lars Harmsen und Uli Weiß, jeden Studenten auf die Suche nach einer geeigneten Schrift-Matrix bestehend aus reellen Gegenständen. Die “analogen Pixel waren Pappkartons, Plastikbecher, Holzbretter oder Bierkästen. Sie wurden die Vorlage für jedes Zeichen der späteren Schriften. Die Ergebnisse wurden auf Siebdruckpostern präsentiert.

Pixelschriften aus analogen Gegenständen

Siebdruckplakate